Von Thomas Nasswetter mit Unterstützung von Clemens Horvat

Paulus von Tarsus – Missionar und Theologe

„So stützt sich denn in Zukunft unser Wissen vom Menschen nicht mehr auf das Physische. Und hätten wir den Christus selbst noch in physischer Gestalt gekannt, so wäre dieses Kennen doch jetzt nicht mehr ausschlaggebend. Wer in Christus ist, in ihm beginnt die neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen; siehe, ein Neues ist entstanden.“ (Korinther II, 5, 16 – 17)

Mit diesen Worten bringt Paulus das Wesentliche, von dem er tief beseelt, zum Ausdruck. SAchließlich war er unter den Ur-Aposteln der Einzige, der Christus nicht persönlich kennen lernte. Seine Überzeugung von der Gültigkeit der Wahrheiten des Christentums gründete damit einzig und allein auf seinem inneren Erleben.

Schutzheiliger des Denkens

Bei Paulus findet sich keine Rede vom Hinnehmen äußerer zwingender Gesetze, von denen sich Petrus nie vollständig zu befreien vermochte. Alles scheint von eigenständigem Erleben durchdrungen, dass sich nicht bloßem Meinen, sondern ausschließlich der sicheren Erkenntnis verpflichtet fühlt. Deshalb hat ihn Albert Schweizer auch als den Schutzheiligen des Denkens bezeichnet.

Diese persönliche Gewissheit ist es, was die Briefe, die er an seine Gemeinden schickt, so besonders macht und was ihnen bis zum heutigen Tage Aktualität verleiht. Man muss wahrlich kein bekennender Christ sein, keiner christlichen Kirche angehören, um vom originären des Empfindens, das diesen Briefen zugrunde liegt, berührt zu sein!

Vom Saulus zum Paulus

Paulus von Tarsus ist einer der erfolgreichsten Missionare des Urchristentums und einer der ersten Theologen der Geschichte des Christentums. Als griechisch gebildeter Jude und gesetzestreuer Pharisäer mit römischem Bürgerrecht verfolgte Paulus zunächst die Anhänger Jesu Christi, dem er nie begegnet war. Doch seit seiner Bekehrung verstand er sich als von Gott berufener Apostel, der das Evangelium für die Völker, vor allem Nichtjuden, verkündete.

Er bereiste den östlichen Mittelmeerraum und gründete dort einige christliche Gemeinden. Durch seine Briefe, die einen wesentlichen Teil des neuen Testaments darstellen, blieb er mit ihnen in Kontakt. Es sind die ältesten erhaltenen urchristlichen Schriften.

Ziyu He – mehr als ein Talent an der Violine

Die Violine ist ein wunderschönes Instrument und sie zugleich ein sehr schwer zu spielendes und schwieriges Instrument. Um sie überzeugend spielen zu können, muss man dieses Instrument bedingungslos lieben. Der Autor dieser Zeilen weiß wovon er spricht, hat er sich doch selbst einige Zeit an der Violine versucht. Die Violine gut zu spielen bedeutet nämlich viele Opfer auf sich zu nehmen und praktisch ständig zu üben. Es gibt einen entscheidenden Grundsatz: Die Violine verzeiht nie und Talent allein ist viel zu wenig.

Umso erstaunlicher also, wenn ein junger Mann von gerade mal 19 Jahren diesem Instrument so begegnet, wie es Ziyu Hu tut. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und genießen Sie das Video der Menuhin Competition, bei der Ziyu He, damals erst 16 Jahre alt, den ersten Platz belegen konnte. Es geht dabei nicht um den Gewinn des Preises, sondern hören sie wie er seine allerersten Töne musiziert und wie er sein Spiel gefühlvoll, werkdienlich und doch schon geprägt von seinen eigenen Vorstellungen anlegt. Hören Sie zu, wie er der Violinstimme die Dvorak komponierte begegnet. Hier zeichnet sich nicht nur ein Talent ab, das schon auf eine erstaunliche technische Brillanz zurückgreifen kann – nein hier dürften wir einmn jungen Mann mit einer sehr großen Zukunft zusehen und zuhören, der uns hoffentlich mit manchen erstaunlichen Interpretationen beglücken könnte und dürfte. Am 27. November können Sie in pur, nämlich als Solisten mit Werken verschiedener Komponisten für Solovioline erleben.

© Video: Menuhin Competition

Clemens Horvat, Mastermind der Stadtinitiative Wien, über Ziyu He:

„Ich hörte Ziyu He erstmals in der vorletzten Saison bei seinem Debüt mit den Wiener Philharmonikern – er spielte das zweite Violinkonzert von Bartok – und war von seinem Spiel sehr beeindruckt. Was mich außerdem sehr beeindruckte war sein letztjähriger Abend mit Joseph Lorenz – im Ehrbar Saal – wo er einige Solostücke von Bach und anderen spielte. Di9e Art, wie er sich auf sein Spiel konzentriertem die Ruhe und Tiefe seiner Interpretation. Da war nichts gekünstelt, sondern alles wirklich empfunden. Und das ist für einen – damals – gerade 18. Jährigem doch eher erstaunlich!“

Joseph Lorenz

© Bild: Joseph Lorenz

Was kann man über den Kammerschauspieler Josef Lorenz schreiben, das noch nicht geschrieben wurde? Die Bühne wie der Film ist ihm gleichermaßen eine Heimat. Seine vielen Stationen führten ihn vom Ausland zurück nach Wien. Von 1995 bis 2004 war er Mitglied des Ensembles des Burgtheaters.

Neben seiner Bühnentätigkeit und Filmarbeit ist Jospeh Lorenz immer wieder mit großen Lesungen, live, oder im Rundfunk zu hören und einige Hörbücher liegen ebenfalls auf.

Joseph Lorenz ist deshalb immer wieder ein gern gesehener Vortragender im Ehrbarsaal. Sein Auftritt mit Sona MacDonald und Boris Bloch (2014) ist uns genauso in bester Erinnerung geblieben, wie seine Rezitation von Augustinus und Wittgenstein im Februar 2018 in der letzten Saison. Auch damals bestritt Ziyu He den musikalischen Part.

Zum Konzertprogramm: 27.11.2018: Aus den Paulus-Briefen – Ziyu He und Joseph Lorenz

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