Von Thomas Nasswetter

Franz Schubert war schon zu seiner Zeit ein populärer Musiker. Schon zu Lebzeiten Schuberts traf sich sein Freundeskreis zu so genannten „Schubertiaden“. Bei diesen wurde gemeinsam musiziert. Ganz nach Schuberts hedonistischen Gepflogenheiten, so will es zumindest die Legende, kam auch das leibliche Wohl dabei nicht zu kurz. Angeblich soll Schubert schon mal mit dem einen oder anderen Lied „beim Wirtn“ bezahlt haben.

Das Kunstlied als der typische Schubert?

Schubert hat trotz seines kurzen Lebens in allen Gattungen seiner Zeit Außerordentliches geschaffen. Eine Tatsache die gerne in Vergessenheit gerät, denn über die Zeit wird Schubert gerne als der eigentliche Schöpfer des Kunstliedes bewundert. Dafür ist Franz Schubert sicherlich berühmt geworden. Es wird seinem Schaffen aber keinesfalls gerecht nur das Kunstlied alleine zu betrachten.

Ein Begründer der romantischen Musik

Die zeitgenössische Musikwissenschaft stuft Franz Schubert neben Beethoven als einen der beiden Begründer der romantischen Musik im deutschsprachigen Raum ein. Doch erst im 20. Jahrhundert erlangte auch seine Instrumentalmusik zentrale Bedeutung im Konzertrepertoire der großen Konzertsäle. Nur seine Opern friste, bis heute ein Schattendasein, was hauptsächlich an den künstlerisch nicht allzu hochstehenden und theatralisch unergiebigen Libretti liegen dürfte.

Was ist der typische Schubert?

Franz Schubert räumte, anders als viele seiner Kollegen der Wiener Klassik den kleineren lyrischen Formen wie dem Lied und auch Klavierstücken breiten Raum in seinem Schaffen ein. Diese Tatsache setzt sich nach ihm in den Œuvres vieler romantischer Komponisten fort. Diese Entwicklung hat angefangen bei Mendelssohn und Schumann und dauert bis in das 20. Jahrhundert an. Hugo Wolf und Alexander Skrjabin sind dabei als zwei bekannte Vertreter zu nennen.

Rund 600 Lieder umfasst das Schaffen von Schubert. Bei den Liedtexten stützte er sich auf die Meister der Dichtkunst: Goethe, Heine, Klopstock, Matthisson, Schiller, die Gebrüder Schlegel, Schober und Shakespeare um nur ein paar Namen zu nennen. Sicherlich hat dieser Umstand auch zu Popularisierung seiner Lieder beigetragen.

Schwanengesang im Ehrbar Saal

Am 08. Jänner 2019 wird einer der Klassiker der Schwanengang von Schubert von Daniel Johannson mit der Begleitung von Graham Johnson im Ehrbar Saal aufgeführt. Neben der Winterreise und der schönen Müllerin ist der Schwanengesang einer seiner bekanntesten Liedzyklen. Der Schwanengesang ist zwischen August und Oktober 1828 entstanden. Die Werkzusammenstellung beinhaltet vertonte Gedichte von Ludwig Rellstab, Heinrich Heine und eins von Johann Gabriel Seidl. Da es sich um Schuberts letzte größere Komposition handelt, erhielt die postum veröffentlichte Sammlung nachträglich den Namen Schwanengesang, traditionell die Bezeichnung für das letzte Werk eines Künstlers.

Die Schubertiade im Ehrbar Saal

Der Abend des 10. Jänners 2019 ist als Schubertiade angelegt und verspricht damit nicht nur ein spannendes Programm sondern auch sehr hochkarätige Interpreten. Graham Johnson steht seit vielen Jahren für die hohe Kunst der Liedbegleitung und gilt nicht ohne Grund als einer der weltweit Besten in dieser Disziplin.

Mit Christiane Oelze, der weltbekannten Sopranist und Anna Huntley, einer vielfach ausgezeichneten britischen Mezzosopranistin sind zwei wundervolle weibliche Stimmen im Ehrbar Saal zu bewundern. Mit über 70 CD-Einspielungen hat sich Christiane Ölze hohes internationales Ansehen erworben und gilt als hervorragende Interpretin lyrischer Partien. Anna Huntley wird vom „Guardian“ als „the fast-rising British talent“ gewürdigt.

„Was ich an sprachlich-gestalterischen Möglichkeiten bei meinen Evangelistenparts so liebe, kann ich im Kunstlied natürlich gleichermaßen erleben: Franz Schubert ist hier meine Mitte und wird flankiert von Robert Schumann und Hugo Wolf“, so der aus Wien stammende Tenor Daniel Johannsen auf seiner Website.

Noch gilt Georg Klimbacher als eine Art Geheimtipp. Sein Debüt bei der Schubertiade Hohenems in der Saison 2018/19 in einem Konzert gemeinsam mit Sir András Schiff, dürfte sein Karriere weiter beflügeln.

Ein Auszug aus dem Programm: Hektors Abschied (D 312), Des Mädchens Klage (D 191), Ellens Gesang ( D 837), Wer nie sein Brot mit Tränen aß (D 478), Das große Halleluja (D 442), uvm.

 

Freuen wir uns also auf zwei spannende Abende der Schubertiade im Ehrbar Saal.

Karten für den 08. Jänner 2018 bestellen >

Karten für den 10. Jänner 2018 bestellen >

 

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.